Dreitägige im Jahr 2003 1. Tag (07.06.03)

Auch im Jahre 2003 hatten wir uns wieder eine, wie wir meinen, anspruchsvolle Streckenführung zurechtgebastelt. Via Lenzerheide, Julier, Bernina, Forcola di Livigno, Passo. di Foscangno und Umbrail/Stilvserjoch sollte unsere erste Etappe irgendwo in Stilfs enden.
Am zweiten Tag sollte unser Weg dann durchs Vinschgau nach Meran, dann via St.Leonhard und  Timmelsjoch durchs Ötztal  nach Imst führen.
Von Imst aus wollten wir dann übers Hahntrennjoch ins Lechtal gelangen. Über Oberjoch, Riedbergpass, Dornbirn sollte ein Rheintaler Bahnhof unser Ziel sein.
 

1. Tag         7. Juni 2003                 

Bereits am Donnertag haben wir uns auf Anraten von Herrn Bucheli (oder war es die Wetterfee mit den schön grossen Augen..?) entschieden, dass die Tour am 7. Juni 2003 gestartet werde. Die erste Etappe wurde traditionsgemäss zeitig gestartet, Tagwache um 05.00 Uhr. Nach dem Frühstücken musste die Packung nochmals kontrolliert werden, (auch nach x Touren haben wir noch keine Jeckliste, obwohl Gujan schon seit Jahren davon spricht!), wurden die Getränke angemacht, musste noch Sonnencreme eingeschmiert werden (zum Glück!), etc. Nach dieser frühmorgendlichen Pflicht konnte nun die Kür beginnen!
Pünktlich um 06.00 trafen wir uns vor dem Restaurant Scaletta. Nun fuhren wir durch die noch fast menschenleere Stadt, nur der Zeitungsverträger der Südostschweiz und eine Polizeistreife (die Freunde und Helfer) kreuzen unseren Weg.  Hinauf zur Lenzerheide hiess es jetzt noch nicht alle Kräfte zu verpuffen, und doch sollte es einigermassen zügig vorangehen. Übrigens stimmte die Prognose, die uns die Frau mit den schönen Augen, vom Dach des Fernsehstudios herab stellte, haargenau!  Die Lenzerheide und auch der Julierpass bereitete uns keine grossen Schwierigkeiten. In Silvaplana machten wir dann im Restaurant/Bäckerei Rosina einen Kaffeehalt. Nachdem der Kaffe getrunken, und die Nuss-Schnecken verzehrt waren ging es weiter auf die Bernina-Passhöhe, wo wir im Restaurant Hospiz unser Mittagessen einnahmen. Der  Forcola di Livigno war noch geschlossen, aber mit dem Rennvelo kommen die Schlappis überall durch. Die Strasse war dann auch schneefrei (vermutlich wollten die Zöllner die Pfingsten lieber zu Hause verbringen), auf jeden Fall "gehörte" die Strasse uns ganz allein. Das Livigno liessen wir links liegen und kämpften uns den Passo di Foscangno hinauf, wobei ich alter Lappi, mich noch auf ein "Rennen" mit  zwei Mountainbikern einliess (natürlich waren die Mountis chancenlos.....). Die Wetterlady hatte ihre Prognose scheinbar nur für die Schweiz gemacht, jedenfalls fing es auf der Abfahrt nach Bormio an zu regnen. Unser Ziel (Südtirol) hatten wir eigentlich noch lange nicht erreicht, doch in Anbetracht des Regens (der zwar schon ziemlich nachliess), der müden Beine, der leeren Akkus und des hohen Passes (2756m.ü.M.) mussten wir uns gegenseitig nicht lange motivieren, die Etappe leicht zu verkürzen und in Bormio Halt zu machen. Wer jetzt glaubt, in Bormio ein Zimmer zu finden, sei einfach, der irrt sich gewaltig. Nach Kreuz und Quer Fahrten durch Bormio und mehrmaligem Nachfragen (Italienischkenntnisse: 3,5 Worte) fanden wir dann doch ein freies Zimmer im Albergo Capitano. Geworben wurde mit "besondere Preisen für Radfahrer und Motorradfahrer", uns kam der Preis besonders hoch vor. Aber das Zimmer war in Ordnung und unsere Drahtesel konnten wir auch im Keller versorgen. Das Apéro-Bier konnten wir uns noch auf einer Restaurantterrasse genehmigen, doch schon bald mussten wir wegen einem starken Gewitter fluchtartig das Innere des Restaurants aufsuchen, wo wir dann ein ausgiebiges Nachtessen genossen haben. In diesem Restaurant trafen wir noch zwei Velorenner aus der Schweiz die "on Tour" waren. Von diesen (von uns als stark eingeschätzten Burschen) haben wir gelernt, dass man durchaus noch mit weniger Gepäck auskommen könnte. Sie nahem das Nachtessen in den soeben gewaschenen und mit dem Fön getrockneten Tenues ein, wir hingegen haben uns nach der Dusche und einem Nickerchen in die mitgeschleppten Schalen gestürzt (Ich: Hemd, Hose, Schuhe!) (Schorsch: "jugo-like" im Trainer und den nassen Veloschuhen). Auf meinem Notizzettel steht noch: Befinden gut, noch nicht am Anschlag, Schorsch klagt über "Füdlischmerzen". Als wir uns nach zwei drei Bierli in Richtung Bett bewegten, regnete es immer noch. (marti)

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